Wir verlängern den Sommer in Italien
Wie schon seit mehreren Jahre, fahren wir im Herbst nach Italien und landen zum Schluss regelmässig auf dem Camping Baia Verde, bei Punta Ala. Nun wollten wir schon von Anfang an auf diesen Camping Platz fahren. Aber wie so oft, kommt es anders als gedacht…
Zwischenstopp am Gardasee. Treffen mit meinem Bruder auf dem Camping San Francesco Camping Village. Schon den ganzen Sommer durch wollten wir uns in DE auf einem Camping treffen und jetzt hat es endlich geklappt. Und wenn man dann schon so nahe ist, ist ein Besuch von Sirmione ein Muss und was noch ein Muss ist, ein Eis von einer der vielen Eisdielen.


Fidenza
Nächste Zwischenstation Fidenza, etwa 100km von Sirmione entfernt. Sind nach dem heftigen Gewitter am Morgen um zehn Uhr losgefahren und um zwölf hier angekommen. Wetter gut, Stellplatz leer, was uns schon mal Freude bereitet. Kaffee und dann ab in die Ladenstrasse von Fidenza. Schöne und teure Brands sind hier vertreten. Macht einfach Spass durch diese Strasse zu schlendern und die Auslagen in den Schaufenstern zu bestaunen. Auch die Leute zu beobachten macht Spass. Leider sind dieses Jahr sehr wenig Besucher hier. Wir gehen noch in einen Alimentare mit extrem feinen Sachen aus der Region. Zum Glück nur kleine Tasche dabei 🙂 Kaum zurück im Camper zieht eine Gewitterfront über die Gegend und setzt kurzzeitig alles unter Wasser.

Campeggio Baia Verde
Die Fahrt nach Baia Verde in der Maremma (Toskana) startet sehr ruhig und mit wenig Verkehr. Schon bald nach dem wir die Berge hinter uns haben und La Spezia immer näher kommt, beginnt es zu regnen. Je weiter wir fahren umso heftiger regnet es und es wird so stark, dass wir auf einen Rastplatz ausfahren und abwarten. Zweimal machten wir einen Sicherheitsstop auf einem Rastplatz. Ich hatte noch nie so heftigen Regen beim Fahren.
Wir kommen bei herrlichem Sonnenschein in Baia Verde an und sind noch zu früh zum Einchecken. Punkt vier geht der “Schalter“ auf und wir können uns anmelden. Unser Platz 405 ist frei. Noch sieht man die Spuren des heftigen Gewitters. Wir sind schon bald eingerichtet und geniessen Kaffee und Süsses. Kaufen noch Früchte und Rosé und morgen gibts dann frische Brötchen. Es ist herrlich ruhig nur das Meer im Hintergrund.

Sonntag 13. Sept., ich wollte mit meinem Cube one44 über Punta Ala nach Castiglione della Pescaia fahren. Auf Google Maps sah das auch machbar aus, nur, dass hier in der Toskana am Ende des Trail einfach ein verschlossenes Eisentor stehen kann…ok, wieder zurück und auf anderen Pfaden zum Ziel zu kommen. Es gibt hier in diesem Sektor ein paar 300 Meter hohe Punkte und mein Pfad führt über drei davon. Die Pfade sind nichts mehr als ein ausgewaschenes Bachbett. Aber halt, knapp vor dem nächsten 340m hohen Punkt, ein Weg runter, und ist sogar beschriftet mit 405 Castiglione della Pescaia. Ich folge dem und finde auch die nächste, geteerte Strasse. Da ich schon viel Zeit auf den Trails in den Hügeln verbraucht habe, fahre ich auf der Hauptstrasse zurück auf den Camping.

Heute Montag 14. September sind wir zusammen nach Punta Ala an den Jachthafen gefahren. Schön, der Veloweg führt fast bis dorthin. Kurz vor dem letzten Kreisel hört er auf. Unten haben wir erst mal die Jachten bestaunt. Dann einen Cappuccino getrunken und die Ruhe genossen. Es sind mehr Läden noch offen wie andere Jahre. Nur Touristen hat es trotzdem fast keine. Wir fahren zurück und gehen schwimmen im Meer.
Am Abend holen wir Pizzas und danach an den Strand um die Farbenpracht der untergegangenen Sonne zu bestaunen. Am Strand entlang stehen die Fotojünger und strecken ihre Smartphones in die Höhe. Auch wir gesellen uns zu denen gehen aber in die Knie und knipsen unsere Bilder.

Dienstag 15. September, wir fahren auf unseren Cubes Richtung Tirli. Aber bevor es raufgeht, sind wir in den Wald abgebogen und einer alten Naturstrasse gefolgt, welche aussieht, als ob sie von den Römer gebaut worden war. Immer wieder kommen grosse Bollensteine, welche wie Pflastersteine gesetzt sind. Zwischendurch gleicht sie mehr einem Bachbett, hat aber auch schöne, fast schon glatte Bereiche. Wir fahren immer stetig aufwärts. Dann und wann ein einheimisches Fahrzeug geparkt. Die sind sicher am Pilze suchen. An der T-Kreuzung, da wo es rechts nach Tirli und links nach Scarlino geht will Lil nicht mehr weiter. Es wird ihr zu offroadig 🙂 ok, wir kehren um und unten an der Hauptstrasse kehren wir ins Il Ristoro da Lisa ein. Sehr gutes lokales Essen und nur etwa 4km vom Camping entfernt. Wieder zurück gehen wir ins Meer welches mal fast ruhig und schön klar ist.

Ausfahrt nach Castiglione della Pescaia auf Umwegen. Wollte nicht den direkten Weg der Hauptstrasse entlang fahren. Habe Verschiedenes probiert und auch Wege gefunden, auf denen man Richtung Pescaia vorwärts kam. Gewisse Abschnitte waren aber eher wie ein Bachbett als ein Weg. Was mir ja auch Spass machte.

Auf dem Rückweg habe ich eine Abzweigung genommen, welche einen Wegweiser mit „Sankt Jakobs Weg“ bezeichnet war. Cool dachte ich, dieser Weg führt sicher irgendwo wieder auf eine Strasse. Schön und breit zu fahren, aber schon bald wurde es nur zu einem Waldweg der stetig aufwärts und immer wieder durch einen Bachlauf führte. Ziemlich weit im Tal hinten dann die Überraschung, Weg Ende…alles wieder zurück!

Schöne Überraschung am anderen Tag. Mein Vorderrad platt und ich hab bei diesem 29″ Rad noch nie einen Schlauchwechsel oder Platten repariert. Also Rad weg und Pneu runter…wie verd… bring ich da den Pneu runter. Einmal rundherum alles mal lösen und dann über die Felge ziehen. Schlauchlos ready, die sitzen viel satter als die alten 26“ Pneu. Flicken auf das Loch und wieder rein in den Pneu. Pneu aufziehen, ging nach mehreren Anläufen. Pumpen, er hält.

Wir fahren nach Follonica auf dem neu erstellten Radweg neben der Hauptstrasse bis Puntone. Von Puntone bis Follonica bestand schon lange ein gut ausgebauter Radweg abseits der Strasse. Auch durch Follonica führt ein Radweg, parallel zu der Promenade am Strand entlang. Auch Marktstände sind vorhanden. Wir fahren die ganze Promenade ab und kehren dann im Ipanema ein. Geniessen Tintenfisch und Thonsalat.


Ich wollte schon länger mal nach Zinghera und dann über den Hügel nach Scarlino. Das nehme ich jetzt unter die Räder. Leider schon nach 12 km hinter dem Punkt Zinghera wird der Hinterreifen platt. Anhalten, schauen, überlegen, aufpumpen…nein die Luft strömt direkt wieder raus…also flicken. Nur, hab ich das Werkzeug dabei um das Hinterrad auszubauen…ja, es geht und nun hab ich ja schon Übung mit dem Pneu abziehen. Zum Glück gibts da unten im Bach noch Wasser, so kann ich das Loch eins, zwei finden und eben so schnell reparieren.

Und weiter geht’s. Das steilste Stück kommt erst. Aber auch das schaffen wir. Und schon sind wir auf Talfahrt. Im Schuss über den ausgewaschenen Naturweg. Staun, staun, es wird sogar an dem Weg gearbeitet und Unterhalt betrieben. Arbeiter pflegen den Weg mit einem Bagger.

Schon bald bin ich im Dorf Bagno di Gavorrano mit Blick auf Scarlino. Der Strasse nach Puntone. Von Puntone über den Radweg zurück auf den Camping.

Zwischendurch machen wir auch mal nur essen, Strand, Meer, duschen und hängen und das Ganze von Vorne…
Ein weiteres Mal nach Zanghero und hinauf auf Monte d‘Alma und dann nach Scarlino runter. Super schöne Tour auf breitem Weg mit steilen Stellen. Vorallem die Abfahrt von Bandite di Scarlino runter zur Burg ist sehr steil.

Aber auf dem Weg rauf ändert sich die Vegetation und hat viele Korkeichen, dann kommen die Edelkastanien, welche auch angebaut und sehr gepflegt sind.

Von der Burg geht‘s dann der Strasse entlang bis nach Puntone. Da entschied ich mich für den Weg am Meer entlang. Schön breit, mit steilen Auf und Abs, sandigen Stellen, dafür aber herrliche Ausblicke auf das kristallklare Wasser.

Wir kämpfen uns durch den Gegenwind nach Follonica an den Markt. Vom Camping bis zum Markt auf dem Fahrradweg, super. Viel Neues gibt es nicht am Markt. Aber jedes Mal ist es wieder ein Erlebnis. Von Elektroschund, Schminksachen, Olivenholz und Flechtkünsten bis hin zu den farbenfrohen Kleider-, Früchte- und Gemüseverkaufsständen, sogar einen Pflanzenstand gibt es in Follonica. Die meistgehörte Sprache, Schweizerdeutsch ha, ha, ha. Meistvertretener Kanton, Bern.



Zur Stärkung brauchten wir ein Eis an der Meeres Promenade unten.

Natürlich mussten wir, nach der Rückfahrt, an den Strand und ins kühl gewordene Meer. Auch die Luft ist durch den Nord-Ost-Wind, der schon den ganzen Tag geblasen hat, kühl geworden. Zum Nachtessen gibt es Spanferkel vom Markt, Kartoffelsalat und Olivenbrot.
Samstag, Ruhetag. Und schon wieder bläst ein kühler Nord-Ost-Wind durch die schlanken Pinien. Aber wir haben einen Eichelhäher soweit an uns gewöhnen können, dass er Lil aus der Hand frisst. Ferien gerettet haha.

Nichts hält uns ab, wir gehen an den Strand, wärmen uns durch die Sonne auf und hinein ins kühle Nass. Zehn Minuten halten wir es aus, dann raus und unter die warme Dusche.

Und noch einmal nach Punkt Zanghero, dort aber nach rechts nach Tirli hinauf. Schon nach der ersten Kurve fängt das Bachbett an und wird steiler. Es sind immer wieder wie Stufen von ca. 50 m, steil, ausgewaschen und steinig. Technisch anspruchsvoll, aber macht Spass.

Nach jeder Stufe wird es ein bisschen flacher zum Durchatmen. Das Gute, der ganze Weg liegt im Wald und das heisst, es ist schön schattig. Am höchsten Punkt angelangt, verläuft der Weg der Höhenkurve entlang, mal abfallend, mal aufsteigend. Und schon kommt die Kirche von Tirli zum Vorschein. Geschafft!
Im Dorf sind irgendwelche Festivitäten im Gange. Kann leider nicht ausmachen um was es geht. Nehme die Umfahrung und erhalte einen schönen Blick auf das Dorf.

Für die Abfahrt nehme ich die Regionalstrasse, welche kaum befahren ist. Und doch, vor mir ein Autofahrer welcher sich sicher ein wenig von mir bedrängt vorkommt. Er gibt alles aber ich bleib, mit Abstand, hinter ihm haha…
Im Tal unten wechsle ich auf die kaum befahrene alte Strasse und geniesse das Ausrollen bis zum Campingplatz.
Und nochmals nach Follonica. Habe gelesen, dass Thömus einen Bike Shop in Follonica führt. Also wollte ich da hin und mal ein bisschen schauen. Nun, der Shop liegt von uns her auf der anderen Seite, ausserhalb der Stadt. Aber ein schöner, sehr breiter Fahrradweg oder schon fast Strasse führt da hinaus zum Golfo del Sol – Hotel & Holiday Resort. Denn da hat sich Thömus niedergelassen. Leider ist der Laden zu. Wir schauen von aussen und machen ein paar Fotos. Im Laden nebenan kaufen wir was zu trinken. Und schau da, die Tür vom Bike Shop steht offen. Nichts wie rein umd auch jetzt, ein paar Fotos und gspröchle mit der Angestellten welche uns als erstes vorwarnt, es ist niemand da, falls wir Hilfe brauchen.



Wir fahren in die Stadt zurück und essen eine Kleinigkeit im Ipanema. Heute war der Strand und die Promenade belebter als andere Tage. Wir machen uns auf die Rückfahrt. Am Camper angekommen, Badehose an und ab ins Meer.
Leider vergeht die Zeit immer so schnell und schon müssen wir wieder zusammenpacken. Wir machen unseren Camper reisefertig und gehen nochmals Pizza essen. Morgen fahren wir nach Busseto in die Verdi-Stadt.